Die Ehrung

 

Bundesverdienstkreuz am Bande

 

Verleihung am 11. Dezember 2017 in der Staatskanzlei durch

Dr. Reiner Haseloff

Ministerpräsiden des Landes Sachsen-Anhalt

Ehrengast war Jörg Rehbaum, Bürgermeister der Stadt Burg

Zu den ersten Gratulanten gehörte die Familie

 

Dorothea Iser

Dankesworte

 

Zunächst bedanke ich mich für die Ehrung, von der ich überrascht wurde.

Grund genug, über das, was ich tat und das, was ich ließ, nachzudenken.

Man ist nicht Schriftsteller, weil man die Wahl getroffen hat, bestimmte Dinge auszusagen, sondern weil man gewählt hat, sie auf eine bestimmte Art und Weise auszusagen.

So ungefähr sagte das Brigitte Reimann. Sie kam aus Burg. Sie schrieb von der schwierigen Ankunft im Alltag. Als das Buch erschien, war sie schon Hoyerswerda.

Heinz Kruschel war auf der Suche nach der freundlichen Welt. Sie führte ihn nach Burg. Er war mit Brigitte Reimann befreundet und wurde mein Mentor und Freund. Für mich begann gerade alles.

Wir alle wollten die Welt freundlicher machen. Wir haben es versucht. Manches ist gelungen. Wir haben den Friedrich-Bödecker-Kreis gegründet und aufgebaut. Er arbeitet bis heute in unserem Bundesland erfolgreich mit Kindern und Jugendlichen.

Wir haben Bücher geschrieben und Bücher herausgegeben, haben Behinderten eine Stimme gegeben und Menschen, die mit einer psychischen Krankheit leben müssen, zum Schreiben ermutigt und so zur Entstigmatisierung beigetragen.

Wir haben 2013 Brigitte Reimann zurück ins Bewusstsein vieler Burger geholt, unterstützt und gefördert vom Land, dem Bürgermeister, der Bibliothek und dem Kulturstammtisch.

 

Ich danke meiner Familie, wir ließen uns werden.

Ich freue mich über meine Mitarbeiter, Mitstreiter und Wegbegleiter. Ohne sie würde vieles in der Literaturlandschaft fehlen.

Mit einem Gedicht aus meinem Brigitte-Reimann-Zyklus möchte ich schließen:

 

gedenken an brigitte r.

 

es ist keine frische wunde

aber sie schmerzt immer dann

wenn ich aufrütteln will

und dabei auf gleichmut pralle

wie du damals

als deine helden der arbeit

zu hause in pantoffeln rutschten

die neue gesellschaft abglitt

den schein verlor besser zu sein

als je zuvor eine ordnung gewesen war

weißt du noch

und immer schmerzt das leben

den der verändern will